Auf den Spuren von Paulus, Petrus und Thomas,
Tarsos, Antiochien und Edessa
Am Anfang unserer Zeitrechnung lagen diese drei Städte auf Römischem Boden.
In Tarsos liebte Antonius Kleopatra, es ist die Geburtsstadt des Apostels Paulus. In
Antiochien, der Hauptstadt des mächtigen Seleucidenreiches auf dem Weg von
Palestina in den Westen, wurden die Anhänger des "neuen Glaubens" zum ersten Mal
Christen genannt: Petrus war dort Bischof. Edessa lag an der Ostgrenze des Römischen
Reiches, am anderen Ufer des Euphrats. Hier herrschte König Abgar während Jesus
lebte, mit dem er einen Briefwechsel führte. Im vierten Jahrhundert wurden dort
die Gebeine des Apostels Thomas beigesetzt.
Von den Erinnerungen an das Neue Testament abgesehen und den Fußspuren Paulus, Petrus
und Thomas, ruht hier eine reiche, bis in die Prähistorie reichende Vergangenheit.
Archäologische Überreste frühester Zivilisationen, prähistorische
Höhlen, Kunstwerke der Hethiter, Einflüsse der Assyrer und Perser - und auch die
Heere Alexanders des Grossen zogen hier vorüber. Burgen zahlloser kleiner
(u.a. armenischer) Königreiche zeugen von einer Zeit in der sie versuchten, sich gegen
die Turbulenzen kommender und gehender Völker und gegen die expansive Macht des
Römischen Reiches zu behaupten. Kurz gesagt: ein Gebiet in dem wegen des Besitzes
strategischer Punkte viele Kämpfe geführt wurden.

Berg von Nimrod: Zeus
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Im heutigen Urfa (Edessa) erinnert noch vieles an Abraham, der im Koran ein wichtiger
Prophet ist. Dem Alten Testament zufolge zog er von Haran aus in das gelobte Land. Auf dem
nördlich von Urfa liegenden Berg Nimrod, ließ sich ein lokaler Herrscher ein
Grabmonument bauen, in dem der Gigantismus ägyptischer Kultur, die Götter
Griechenlands und des alten Persiens aber auch der Hochmutswahnsinn der späteren
Römischen Kaiser zusammengefaßt sind.
Dies alles liegt in der Gegenwart in der modernen Republik Türkei, einem Land, in
dem man noch nach islamischen Traditionen lebt; auf dem Land ist die Atmosphäre von
vor mehr als zweitausend Jahren immer noch greifbar vorhanden.
Wir bereisen ein überwiegend untouristisches Gebiet, wo es an unserem westlichen
Luxus oft mangeln wird. Obschon in guten Hotels übernachtet wird, heißt das
nicht, daß Ereignisse wie Stromausfälle ausgeschlossen sind. (Also: Taschenlampe
mitnehmen!) Die zu fahrenden Abstände sind beachtlich - fast unvorstellbar, daß
dies früher alles zu Fuß bewältigt wurde. Die modernen großen
Verkehrsstrassen sind gut und unser Bus mit langjährig bewährtem, hervorragendem
Chauffeur steht uns w¨hrend der ganzen Reise zur Verfügung. An unzugänglichen,
interessanten Orten sind Wanderungen geplant und auch in Städten und Dörfern
werden wir so viel wie möglich laufen um uns mit dem örtlichen Leben vertraut
zu machen und, wo immer möglich, lokales und folkloristisches Brauchtum zu erleben.
Diese Reise wird eine moderne Pilgerfahrt sein, auf der Überraschungen und Erlebnisse
an unser Improvisationstalent und unsere Beweglichkeit appellieren werden. In Antiochien
wird es noch warm sein, auf dem Berg Nimrod liegt vielleicht schon Schnee, das heißt,
daß beim Kofferpacken unterschiedliche Klimavarianten miteinkalkuliert werden
müssen.